Insel Flores
Nach einem Flug von etwa 50 Minuten erreicht man den Flughafen Santa Cruz das Flores. Er ist Ausgangspunkt für einen außergewöhnlich hinreißenden Ausflug durch eine einzigartige Naturlandschaft, in der einfach alles großartig ist.
Aufgrund ihrer geographischen Beschaffenheit und des unebenen Geländes präsentiert sich die Insel in unvergleichlicher Schönheit.
Die 142 km² Landfläche der Insel ist in zwei Bezirke unterteilt, Santa Cruz und Lajes. Farben und Formen der Landschaft von Flores zeigen sich in einer derartigen Harmonie, als ob alles von einem begabten Künstler sorgfältig auf die Leinwand aufgetragen wäre.
Gekennzeichnet durch eine scharf eingeschnittene und extrem schroffe Küste, die im äußersten Nordwesten eine Höhe von 600 Metern erreicht, scheinen sich auf Flores die gesamten Naturschönheiten zu konzentrieren, die auch auf den anderen Inseln des Archipels zu finden sind.
Die extrem gebirgige Topografie ist gekennzeichnet durch steile Erhebungen mit teils sanften, teils gähnenden Abhängen über tief eingeschnittenen Tälern und graziösen Seen, inmitten ausgedehnter Grüngürtel natürlicher Vegetation, unterbrochen von phantastischen und beeindruckenden Felsformationen. Diese Vielgestaltigkeit macht den Reiz und die Pracht der Landschaft der Insel Flores aus.
Sieben erloschene Krater (unter zahlreichen anderen Vulkanen), die das Landschaftsbild der Insel formten, bilden heute sieben wundervolle Seen, die zu den wesentlichen Touristenattraktionen der Insel zählen.
Einer der beiden Bezirke, Lajes das Flores, der sich von Osten nach Westen über mehr als die Hälfte der Insel erstreckt, ist der westlichste Landstrich Europas, des Landes und der Autonomen Region der Azoren.
Mit einer Bevölkerung von eineinhalb tausend Einwohnern ist dies einer der kleinsten Bezirke Portugals. Er erstreckt sich über eine Fläche von 72 km2.
Der Überlieferung zufolge war Lajes das Flores die erste Siedlung der Insel Flores, die als Dorf betitelt wurde, obschon es keine verläßlichen Urkunden gibt, die dies bezeugen. Mit ihrer Schutzpatronin Nossa Senhora do Rosário war es die erste Kirchengemeinde der Insel.
Im Bereich der Architektur sind folgende Bauwerke – unter anderen Mutterkirchen der verschiedenen Gemeinden der Insel – vielleicht die bedeutendsten: Die Kirche Nossa Senhora do Rosário und die Kapelle Nossa Senhora das Angústias im Dorf Vila das Lajes, die Kirchen Nossa Senhora da Conceição und São Boaventura im Dorf Vila de Santa Cruz, und die Kirche Nossa Senhora dos Remédios in Fajãzinha.
Auf einer Insel, wo bei jedem Schritt ein neues Panorama mit seinem faszinierenden Reiz die Augen blendet, ist es keine leichte Aufgabe, die Landschaft sowie ihre attraktivsten Punkte zu beschreiben.
Vom beeindruckenden Felsen Rocha dos Bordões eröffnet sich ein ekstatischer Blick über Fajã Grande, und weiter über den spektakulären Wasserfall Cascata da Ribeira Grande, der aus der Höhe einige hundert Meter in die Tiefe stürzt, Rocha dos Bordões, Sinnbild der gesamten Insel, ist ein Naturdenkmal ungewöhnlicher Schönheit, das sich im Verlauf der Jahrhunderte durch eine Laune der Natur aus dem Basaltfelsen erhob, wie viele der vertikalen Erhebungen der Insel, die den Felsen eine majestätische Gestalt verleihen – unvergleichlich auf den Azoren.
Ein großartiges Naturschauspiel bilden die Seen, deren steile Ufer von dichter, endemischer Vegetation überzogen sind, und die Erhabenheit des Morro Alto, des mit 940 m höchsten Berges der Insel, und der Pico do Sete Pés oder der Pico da Pedrinha ...
Eine außergewöhnliche Reise erlebt man auf der Straße, die die Insel durchquert, vorbei am imposanten Pico da Sé, und nicht weniger spektakulär sind die Panoramablicke, die sich von der Straße aus an der Peripherie der Insel eröffnen, von Fajã Grande bis Ponta Delgada, vorbei an Lajes und Santa Cruz.
Die Bevölkerung im Bezirk Lajes lebt von Landwirtschaft und Viehzucht, sowie in einem gewissen Ausmaß auch von der Fischerei, was sich aus der Meerlage erklärt. In der Vergangenheit war der Walfang eine wesentliche Betätigung, wie auch das Einbringen von Meeresalgen. Beides war in den sechziger und siebziger Jahren eine wichtige Einnahmequelle. Dies alles sind Bilder unvergesslicher und unbeschreiblicher Schönheit.
Der große botanische, geologische und landschaftliche Reichtum sowie die Wasservorräte der Insel führten dazu, dass ein großer Teil des Inselinneren zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. Ein Teil erstreckt sich auf Pico da Sé, Sete Pés und Burrinha, Morro Alto, Testa da Igreja und Caldeiras Funda, Comprida Seca und Branca, und ein anderes auf Caldeiras Funda und Rasa und Pico da Marcela.
Die Gruta (Grotte) dos Incharéus, eine gewaltige Felsenhöhle am Meer von 50 m Länge und 25 m Breite, die Gruta do Galo, die pittoresken Inselchen Maria Vaz, Cartário, Abrões, Muda, Pão de Açúcar und Furado und die Baixas (Ebenen) von Ponta Delgada, Moinho und Vermelha und andere, schmücken ebenfalls die an sich schon schöne Küste von Flores. Als Kuriosität ist zu erwähnen, dass die Felsinsel Monchique als westlichster Punkt Europas zur Zeit der astronomischen Seefahrt als Bezugspunkt galt, um den Kurs zu korrigieren und die Navegationsinstrumente zu überprüfen.
In Fajã Grande, das zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent liegt und das eine große Auswanderungstradition besitzt, kann man der Überlieferung nach die Hähne in Amerika singen hören.
Das großzügige und behagliche Walderholungsgebiet Fazenda de Santa Cruz mit seinem Rastplatz ist ein einladender Ort, um die Ruhe der Landschaft auf dieser bezaubernden Insel Flores zu genießen.





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