Insel Graciosa
Die mit 62 km² zweitkleinste Azoren-Insel liegt ca. 31 Meilen von Terceira entfernt, sie ist die trockenste Insel des Archipels. Nach ihrer lieblichen (graciosa) Landschaft wurde die Insel benannt, und wegen der vielen Ortsnamen auf branca (weiss) - Pedras Brancas, Serra Branca, Barro Branco- wurde sie auch Ilha Branca (die weisse Insel) genannt.
Santa Cruz ist der Hauptort. Mitten im Ort findet man zwei große Wasserreservoirs. Damals diente dieses Wasser den Kühen, heute spiegelt dieser ruhige Platz das sanfte Grün der Sicheltannen und Ulmen.
Architektonisch interessant sind:
- die Pfarrkirche Santa Cruz, dazu die Kirchen Santo Cristo, Nossa Senhora da Ajuda, São João und São Salvador, die Cruz da Barra, ein manuelinisches Kreuz aus dem 15. Jh.,sowie das Volkskundemuseum mit einer interessanten Sammlung von Weinanbaugeräte, alten Walfangbooten und Geräten,
- die Kirche Nossa Senhora da Guadalupe in der gleichnamigen Ortschaft, die Kirche Nossa Senhora da Luz und São Mateus in Praia
- im Westen, in der malerischen Ortschaft Vitória, die Kapelle Nossa Senhora da Vitória, die zur Feier der Niederlage der algerischen Seeräuber gebaut wurde.
Außerhalb Santa Cruz steht der Monte (Berg) der Nossa Senhora da Ajuda mit Rundblick auf den Ort, die Nordküste und die inneren Ebenen der Guadalupe.
Die Furna do Enxofre (Schwefelgrotte) sollte man unbedingt besuchen. Ein Tunnel von 100 m Tiefe führt zu einem riesigen Gewölbe von 80 m Höhe und einem See (130 m Durchmesser) mit lauwarmen, schwefelhaltigen Wasser. Durch zwei andere Eingänge mit Wendeltreppe kann man die Furna betreten. 1879 wurde sie von Prinz Albert von Monaco besucht. Mit entsprechender Ausrüstung und einem Bergführer kann man auch die Grotten von Bolos, Lembradeira, Manuel Ávila, Labarda, Furada,Linheiro, Cardo, Gato, Castelo, Calcinhas, Queimado, Vermelho, Cão, Urze und Luis besuchen.
Auf dem ruhigen Pico Timão (398 m hoch) und dem Pico do Facho (375 m) wächst noch die ursprüngliche Vegetation der Insel, ebenso wie im Gebirge Dormida, Branca und Fontes mit ihren unvergeßlichen Rundblicken.
Wegen des reichen Mineralwassers verdienen die Thermen von Carapacho eine besondere Erwähnung.
Die Felseninseln vor der Küste sind sehenswert. Am schönsten sind die mit Pflanzen bedeckte Felseninseln Praia und Baleia (Wal), die wie ein riesiger gestrandeter Wal aussieht. Auf diesen Felseninseln nisten eine Menge Meeresvögel.


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