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Madeira

Ewiger Frühling
Weit draußen im Atlantik liegt ein Garten, in dem es immer blüht. Madeira wird oft als die schönste Insel Europas bezeichnet. Eine Farbenpracht von Tausend und einer Pflanze zieht sich über das Eiland. Doch nicht immer war es so bunt - die Pracht ist eine künstliche. Viele Engländer und Portugiesen brachten im Laufe der Jahre exotische Pflanzen mit. Und die Botanik fühlt sich in dem milden Klima äußerst wohl. Doch neben dieser bunten Idylle sitzt etwas versteckter auch eine überaus schroffe Landschaft. Die stellt sich quasi dem Seichten gegenüber. Für die Besucher wirkt Madeira dadurch landschaftlich sehr Abwechslungsreich. An einer rauen und felsigen Küste trommelt das blaue Meer. Oft weht ein warmer Wind aus Afrika. In den höheren Lagen kreisen ein paar Wolken und unten am Meer gibt es keine feinen Sandstrände. Dafür jedoch jede Menge Natur-Lavabecken, die malerisch bei den Dörfern der Küste liegen. Es lässt sich also schön schwimmen, schnorcheln oder tauchen. Das Meer ist fischreich und bunt.

Vor rund 20 Mio. Jahren wurde Madeira geboren. Unterseeische Lavamasse, die aus gigantischen Vulkanen schoss, türmte sich auf und kroch dampfend aus dem Meer. Die Natur muss dabei ihre ganze Kraft entfaltet haben. Die erkühlte Lava, ein kantiger Stein, zeichnet bis heute das bizarre Bild der Insel. Steile Felsgrate türmen sich auf einer Insellänge von 57 Kilometern. Und es geht bis in schwindelerregende Höhen: 1.862 m. ist der Pico Ruivo hoch. Um ihn herum liegen sanfte Täler, grüne Wälder, Fajas, Steinstrände, bis schließlich das Meer das Eiland begrenzt.

Der Norden Madeiras ist bergiger und unzugänglicher als der Süden oder Westen. An den steilen Berghängen bleiben hier in den Morgenstunden die schweren Passatwolken hängen und versorgen die Insel mit Regen. Im flacheren Süden, der durch die Gebirgszüge vor den Wolken geschützt ist, regnet es sehr viel seltener. Der Süden ist überhaupt merklich milder und wärmer. Deswegen kam man bereits im 15 Jh. auf die Idee, ein Wassernetz für die Insel zu bauen. Die ersten Levadas wurden in Betrieb genommen. Das war für damalige Zeiten eine enorme bauliche Maßnahme. Man setzte Sklaven aus Afrika ein und ermöglichte bald die Bewässerung der Zuckerrohrplantagen, die Madeira tatsächlich zum wirtschaftlichen Aufschwung verhalfen. Jahrelang war Zucker das wichtigste Exportprodukt der Landwirtschaft.

Ein weitaus größerer Teil des Bewässerungs-Netzes wurde nochmals im 20. Jh. angelegt. Denn heute läuft das Wasser auch durch Turbinen, die zur Stromversorgung der Insel beitragen. Erst danach fließt es auf die zahlreichen Bananen-, Gemüse- und Weinfelder. Die parallel zum Levada-Netz angelegten Wege erwiesen sich rein zufällig als praktische Pfade für Touristen. Da die Wasser-Rinnen von Nord nach Süd führen, kann man die Insel auf diese Art kennen lernen. Die Wege führen durch die schönste Natur. Man genießt auf wirklich jedem Kilometer phantastische Aussichten und tolle Impressionen.

Übrigens:
Das Madeira zu Portugal gehört, ist nicht unbedingt sehr bekannt. Durch die Lage des Archipels, weit draußen im Atlantik und vor Afrikas Küste gelegen (550 km), wird die Insel eher als autonom eingestuft (ähnlich wie die Kapverden). Sie stellt zwar eine eigene Regierung. Trotzdem gehört Madeira zum portugiesischen Staatsgebiet und die politischen Vertreter sitzen (auch) auf dem Festland.

Madeira ist ein Archipel, der aus zehn Inseln besteht. Den schönste Strand gibt es auf der 57 km entfernten Insel Porto Santo. Die kleineren Inseln des Archipels sind teilweise unbewohnt, da sie keinerlei Süßwasserquellen besitzen.

Baden:
Wer auf Madeira einen Badeurlaub verbringen möchte, muss weitestgehend auf den klassischen Sandstrand verzichten. Es gibt aufwendige Pools, Warmwasserquellen und künstliche Küstenbadeplätze. Auch traumhafte Natur-Lavabecken sind zu finden. An der Nordküste, in Porto Moniz, befindet sich eines der schönsten Bäder dieser Art.

Das Meer hat im Sommer eine angenehme Temperatur von 20 bis 22 Grad. Für Wassersportler ist ein Großteil der Küste ein hervorragendes Revier. Man kann nach Herzenslust Windsurfen, Segeln oder Wasserski fahren. Taucher finden an der Südküste viele schöne Unterwasserreviere.

Tourismus:
Immer mehr setzen die Verantwortlichen den Trend zum Individualtourismus durch. Massentourismus und Betonierung der Natur sollen nun bald keine Chance mehr haben. Vielmehr sollen in Zukunft die ländlicheren Gegenden der Insel sorgfältig ausgebaut und gefördert werden. Madeira scheint damit ein vielseitiges, interessantes und erholsames Reiseziel zu bleiben.

Kultur:
Kulturell hat das Eiland einiges zu bieten. Die Hauptstadt Funchal liegt wie ein Amphitheater an die Hänge geschmiegt. In den Gassen der Stadt tobt das Leben. Fast die Hälfte der einheimischen Bevölkerung arbeitet in Funchal. Touristen finden die meisten Hotels und die besten Restaurants in dieser Stadt. Wer die verwinkelten, engen Gassen und zahlreichen Gärten zu Fuß entdecken möchte braucht auf jeden Fall eine gute Kondition und festes Schuhwerk.

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