Nordportugal
Die Erinnerung an diesen portugiesischen Norden und das Schicksal des atlantischen Porto, Aus- und Eingang für Minho, Douro und Trás-os-Montes, ein Porto, das klein mediterraner Hafen ist, diese Erinnerung gehört den Dichtern und den Kindern in eine gefühlsgeladene Geographie wie bei Aquilino, der sich an die Stadt erinnert, zwischen Sonne und Nebel...
Die Anreiseroute in den Norden des Landes führt über Bragança durch das dünnbesiedelte Gebiet des Trás os Montes, was soviel wie "hinter den Bergen" bedeutet. Eine eher ärmliche Gegend, ausgezehrt durch jahrhundertelange Abwanderung, zuerst nach Brasilien und später nach Nordeuropa. Nur im westlichen Teil der Provinz fallen das ganze Jahr über genügend Niederschläge, um eine profitable Landwirtschaft zu ermöglichen. Üppige Kastanienwälder prägen allerdings dort das Landschaftsbild entlang der Landstraße. In jedem Fall lohnt sich ein Aufenthalt in Bragança, der Provinzmetropole, von der aus sich Tagesausflüge in den Montesinho-National-Park unternehmen lassen. Chaves, eine ehemals römische Stadt an der Straße Richtung Küste, ist heute ein Thermalort und zeigt um die Praça de Camões eine bemerkenswerte Vielfalt an Baustilen.
Gerês-Nationalpark, nicht nur für Wanderfreaks lohnt sich der Abstecher zum bekanntesten Nationalpark des Landes. Das gebirgige Parkareal (1500 m) an der Grenze zu Spanien besitzt am unteren Rand auch einige gut gefüllte Stauseen, die Wassersport ermöglichen. In landschaftlich hübschen Lagen findet besonders der Camper einige empfehlenswerte Plätze. Der Hoteltourist nimmt sich ein Zimmer im Thermalbad Caldas do Gerês, das aber besonders an Wochenenden von Ausflüglern der nahen Städte überfüllt ist.
Die Provinz Minho entlang des gleichnamigen Grenzflusses zu Spanien ist die farbenprächtigste des Landes - sanfte Kulturlandschaften mit viel Weinbau dominieren das Landschaftsbild. Folklore und alte Trachten blieben hier bis in die Gegenwart erhalten. Entlang des Flusses liegen die freundlichen Städtchen Monção und Caminha, ursprünglich als Trutzburgen gegen die feindlichen Spanier genutzt, reizt heute mehr der friedliche Charme. Einen erfrischenden Sprung in die Wellen des Atlantik bieten bereits die Strände an der Mündungsbucht des Rio Minho bei Caminha. Als eine Stadt mit viel Atmosphäre und tollen Stränden lohnt Viana do Castelo am ehesten ein längerer Aufenthalt. Weiter im Landesinneren der Provinz Minho ist die alte Bischofsstadt Braga und jeden Donnerstag der Wochenmarkt von Barcelos einen Besuch wert. Das mittelalterliche Guimarães, eigentlicher Gründungsort des Landes Portucale, gehört zum lohnenswerten Pflichtprogramm jedes Portugalreisenden. Das Gebiet um die Stadt zählt zu den dicht besiedelten Landstrichen des Landes, und in vielen kleinen Fabriken werden Textilien für den Export nach Norden geschneidert.
Porto: Die im Vergleich zu Lissabon nüchtern wirkende Kaufmannsstadt zeigt in den engen Altstadtvierteln am steilen Douroufer unendlich viel Charme. Dort werden die heruntergekommenen Hausfassaden nach und nach aufgefrischt und verlieren dadurch leider auch etwas von der nostalgischen Patina. Die Kellereien der Portweinhersteller liegen am südliche Douroufer und sind alle für Besucher eingerichtet.



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