Oeste & Tejotal
Die Wege werden weiter. 50 km nordöstlich von Lissabon liegt Mafra. Eine bedeutende und große Klosteranlage (1717-1730 unter enormen Aufwand gebaut) ist Mittelpunkt der Stadt. Der einst kostspielige Palast, der das Land in fernen Zeiten sicherlich ein Stück weiter an den Rand des Ruins brachte, lag im Wettstreit um die Superlative mit dem Escorial in Madrid. Eine große strategische Rolle in der Geschichte Portugals spielte er aber nie.
Von Mafra aus gelangt man über die N8 (parallel zur Autobahn) gen Norden. Óbidos heißt das nächste Ziel. Der alte Stadtkern wird von einer gigantischen, 13m hohen zinnen- und turmbewehrten Stadtmauer umgeben. Die Altstadt liegt wunderschön da drinnen; verwinkelt und sehr ursprünglich erhalten. Früher bevorzugten viele Könige und Königinnen Óbidos als Aufenthaltsort. Heute tummeln sich hier hauptsächlich zahlreiche Touristen und Künstler. Òbidos bietet sich für einen etwas längeren Aufenthalt an, denn das Städtchen (1000 Einwohner) ist unglaublich malerisch und es gibt viel zu entdecken.
Das 30 km weiter nördlich gelegene Alcobaça ist der kulturelle Mittelpunkt einer fruchtbaren Landwirtschaft. Hier wird gearbeitet. Es gibt zahlreiche Obstplantagen sowie Töpfereien. Die beliebte blaue Keramik wird hergestellt und auf dem Klostervorplatz verkauft. Hauptattraktion ist das mächtige Kloster Real Abadia de Santa Maria. König Afonso Henriques löste 1152 sein Gelübde ein und stiftete nach dem Sieg über die Mauren das gotische Bauwerk dem Zisterienser-Orden. In diesem Kloster stehen sich die Sarkophage von Dom Pedro und seiner geliebten Ines gegenüber. Eine traurige Geschichte rankt sich um ihre tragische Liebe.
Das Kloster von Batalha gilt den Portugiesen als Nationalheiligtum und steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Wieder ist ein Gelübde der Entstehungsgrund für diesen mächtigen Bau. König João gelobte, das Mosteiro de Santa Maria da Vitoria zu bauen, wenn er in der entscheidenden Schlacht für die Unabhängigkeit von Portugal über die Spanier gewinnen würde. 1385 siegte der König. In der Nähe von Batalha schlug er die kastilischen Truppen in die Flucht und ließ das Kloster errichten. Dieser Bau gehört zu den bedeutendsten gotischen Bauwerken in Europa.
Tipp:
An der Costa de Prata, der Silberküste, findet man zahlreiche Strände. Die Seebäder von Nazaré und Ericeira sind sehr beliebt und im Sommer tobt hier das Leben. Ein weiterer interessanter Ausflugsort an der Küste sind die Ilhas Berlengas. 12 km nordöstlich vom Cabo Cavoeiro bei Peniche liegen verteilt vier Granit-Inseln inmitten des Ozeans. Das Schutzgebiet der Berlengas bietet viele Möglichkeiten die Natur zu erkunden. Kundige Fischer bieten Rundfahrten in kleinen Booten an. Die Buchten laden zum Schnorcheln oder Tauchen ein.



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