Lissabons Küste & Vale do Tejo
Das Umland von Lissabon ist das historische Herz des Landes. Es bietet viel mehr, als man im ersten Moment vermuten mag. In der Estremadura wandelt man ständig auf den kulturellen Pfaden der Portugiesen. Die bedeutendsten Bauwerke stehen hier und Könige regierten einst aus diesem Teil des Landes. Auch die Natur hat einiges zu bieten, denn mondäne Badeorte liegen zwischen einem wild rauschenden Meer und der fruchtbaren Landschaft. Nur 14 Kilometer hinter Lissabons Stadttoren trifft man auf das portugiesische Pendant zu Versailles, dem Palácio Nacional de Queluz (erbaut im 18. Jh.). Das pinkfarbene Rokokoschloß beeindruck durch eine architektonische Leichtigkeit, dem Spiel von Licht und Schatten ( Queluz = welch Licht ). Viel Marmor wurde verbaut, Azulejos zieren die Decken, Prunk aus allen Teilen der Welt füllt die großen Säle. Bis heute wird das Schloss vornehmlich bei Staatsempfängen als Gästehaus für bedeutende Persönlichkeiten genutzt.
Die Serra de Sintra ist seit jeher die Sommerresidenz der Könige und Adligen Portugals und mit ihren Schlössern und phantasievollen Märchenvillen das Symbol eines romantischen Portugals. Berühmt wurde das idyllische Sintra durch die schwärmerischen Reiseberichte von Lord Byron (engl. Dichter und früher Portugal-Reisender, 1788-1824). Der erfreute sich an dem feucht-warmen Klima der Natur, das hier exotische Pflanzen gedeihen lässt. Eine Märchenlandschaft. Inmitten dieses Paradieses findet sich auch das portugiesische Neuschwanstein, der Palácio da Pena. Der Bau wirkt schon von weitem kunterbunt und gewagt. Fast modern, dabei wurde Pena zwischen 1840 und 1850 gebaut. Der Baumeister vereinte Stilelemente aller Epochen und ließ so eine kontroverse Burg entstehen.
In Pena kann man Elemente der Romanik, der Gotik und der Manuelik erkennen. Weniger auffällig, aber sicherlich stilvoller ist der Palácio Nacional de Pena (auch Paço Real), der inmitten des kleinen, gemütlichen Städtchens Sintra liegt. Zwischen 1279 und 1325 wurde der Palast gebaut, später wurden zahlreiche Veränderungen (innen und außen) vorgenommen. Sein markantestes Zeichen sind die eigenwilligen Küchenschlote, zwei spitz zulaufende Schornsteine. Der ganze Bau wirkt überaus massiv und ist optisch das krasse Gegenteil des verschnörkelten Palácio Nacional de Queluz.
Vom Palácio Nacional de Pena kommt man gut nach Cabo da Roca. An dieser Steilküste des Atlantik brechen sich donnernd die Wellen. Ein einsamer Leuchtturm steht auf der 135 m hohen (!) Klippe. Hier ist er also, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Der Blick schweift endlos über das Meer und man fängt an den Mut der Männer zu bewundern, die weit ab vom Festland, unter enormen Strapazen und in kleinen Karavellen, Madeira, die Azoren oder Amerika entdeckten.
Weiter im Süden, an der Costa de Lisboa, liegen die mondänen Seebäder Cascais und Estoril. Ein sehr bekanntes Casino, die exklusive Einkaufsmeile und noble Cafés verwöhnen die Besucher. Hier wohnt der Geldadel der nahen Hauptstadt. Und ein paar reiche Residenten, die sich für die Sonne Portugals entschieden haben. Damit sind die ehemaligen Fischerdörfer zur Top-Adresse mutiert. Wer sich in dieser Gegend ein Haus leisten kann, der hat in seinem Leben schon einiges Geld verdient.




|
|